Montag, 16. Januar 2017

Luciah - Alles Zufall?




Und plötzlich überkam Luciah ein Gefühl der totalen Ruhe....keine Aufregung, keine Anspannung, gar nichts. Sie war im Reinen. Jeder konnte denken, was er wollte. Stille.

Ihr Drucker funktionierte nicht, um den Kommentar im Netz, zu dem sie Stellung nehmen wollte, auszudrucken.

Sie hatte die Beiträge von Paul Watzlawick, Peter Brugger, Quantenphysiker Anton Zeilinger, Daniel Kahneman im Internet gehört und gelesen, die in den Kommentaren zu einem Artikel über Alles Zufall? in der ZEITonline genannt wurden.

Alles Zufall, zeitonline vom Malte Henk 12. Januar 2017, 3:08 Uhr Editiert am 15. Januar 2017, 7:55 Uhr DIE ZEIT Nr. 1/2017, 29. Dezember 2016 167 Kommentare

Sie versuchten die Geheimnisse des Lebens zu entzaubern und anstatt nach oben zum Duschen zu gehen und danach einen Krankenbesuch zu machen, zog Luciah die Decke über den Kopf und schlief in ihrem Schlafzimmer ein.

Wenn es nur Zufall war und keinen Gott dahinter geben durfte, fehlte ihr der Antrieb und die Motivation ihr eigenes Leben so zu gestalten, wie sie es brauchte und wollte. So wie es mittlerweile war.


"Sich sammeln. Ganz wichtig, um neue, andere, weitere Dinge, die einem tatsächlich wichtig sind, anzugehen. Abstand nehmen. Sich nicht mehr vereinnahmen lassen von etwas, was einen auf den ersten Blick anzieht (Kahneman). Zu sich selbst und seinem Kreis zurückkehren. Wieder mehr selbst sein."

Später rief ihr Mann Enrico an, er schenkte ihr heute genau 16 Minuten seiner Zeit, weil er beruflich unterwegs war.

"Soll ich dir den Link zu dem Artikel und meinem Kommentar geben?" 
"Ja, dann mach mal." 
Die Kinder waren gerade zusammen nach Hause gekommen und beschwerten sich über die schlechten Verkehrsanbindungen. 
"Die Leser haben auf meinen Blog zu gegriffen, soviel Traffic hatte ich noch nie auf meiner Homepage." 
Luciah's Webseite war über den Nutzernamen recherchierbar und ein Leser hatte wunderschön geantwortet, dass er ihren Kommentar, nachdem er Geschichten von ihr gelesen hatte, verstanden hatte.

"Die Welt ist so schrecklich geworden", beschwerte sich Luciah gegenüber Enrico. 
"Manche geben zig-Kommentare ab, nur um ihre Meinung kundzutun oder andere in Frage zu stellen." 
"Haben die denn nichts anderes zu tun?" , fragte sie sich eher selbst. 
Was waren das für Menschen? Wie verdienten sie ihr Geld? Waren sie in Rente vielleicht schon? Nein, da wollte sie nicht mitmachen. 

Andererseits hatte sie soviel spirituelles Wissen in den letzten zwanzig Jahren angehäuft, dass es Zeit wurde, damit raus zu gehen...

"Jeder kann seine Meinung kundtun", war Enricos Antwort.


Die komplexe Welt des Internets hielt jede Art von Wissen per Video und Link parat. Tatsächlich hatte sich Luciah schon gewundert, warum niemand die Hirnforschung bei der Erklärung von Zufall und die Gedankenprozesse darüber hinzugezogen hatte. Damit hatte sie sich schon beschäftigt und Erklärungen gefunden. Nicht alle konnten und sollten spirituell denken. Mit dem Vortrag von dem Neuropsychologen Brugger war auch dieses im Netz etwas entzaubert worden. 

Luciah gefiel das nicht. Viel von ihrem Wissen, hielt sie noch in ihren Schubladen im Verborgenen und das war gut so. Sie, die Zeit und die Umstände waren noch nicht reif dafür gewesen. Vielleicht wurde das jetzt anders. Das konnte sie nicht wissen. Immer nur schrittweise erspüren, erahnen, sehen und erleben. Sie war glücklich im Hier und Jetzt. Das Leben hatte sie schon arg genug gebeutelt.

Luciah lebte ihr spirituelles Leben und so hatte sie zur Kenntnis genommen, dass sie während dem Vortrag des Neuropsychologen von einer Facebookfreundin mit Anfragen nach ihrem Befinden abgelenkt wurde und deshalb diesem nicht ganz folgen konnte... 

Peter Brugger "Neuropsychologie des magischen Denkens"

Aufgeregt hatte sie sich auch, weil Daniel Kahneman genau bestätigt hatte, was sie dachte. Leute schleudern auf dem ersten Weg ihre Informationen einfach so raus. Erst dann im zweiten Schritt werden diese logischer und überdachter...

Enrico war immer noch am Telefon und hörte zu. 
"Ich weiß" "Ich kenne Kahneman" 
"Du kennst Kahneman?" 
"Ja" 
"Mir war der Nobelpreisträger kein wirklicher Begriff, bis ich ihn jetzt recherchiert habe" "Sein Buch interessiert mich..."

Man musste nicht alles wissen. Und man brauchte sich dafür nicht zu entschuldigen. Alles kam zur rechten Zeit, wusste Luciah und so hatte sie, die Dinge mit dem Zufall und der Quantenphysik auch auf sich ruhen lassen, nachdem sie sich damit vor einiger Zeit beschäftigt hatte (siehe Paula - Im neuen Jahr)

Da war ihre andere Arbeit für den Fairen Handel, die große Internationale Konferenz Mitte September in ihrer Heimatstadt. Im Radio würde sie später hören, dass acht Milliardäre genauso viel besitzen wie die Hälfte der Menschheit. Das hatte Oxfam herausgefunden. Es gab so viele sinnvolle Probleme zu lösen und wie sagt W. im Video, wenn er über einen Sufi erzählt, der nach seinem Tod bei Gott war...

Paul Watzlawick ab 40:10 bis zum Schluß


Ja, so war das...es ging nicht um das Lüften der letzten menschlichen Geheimnisse und das häufig leider nur von Männern angeführte rationale Denken und Entschlüsseln darüber. Es ging darum, auf einem liebenswerten und wertvollen Ort auf Erden zu sein, der täglich nährte, ohne den Menschen zu erschöpfen.

"Ja Kahneman kenn ich", sagte Enrico zu Luciah. 
"Es geht um schnelles und langsames Denken", so viel wusste Luciah ja bereits. 
"Ja, das Buch hab ich..." 
"DU hast das Buch?" Luciah glaubte Enrico doch noch nicht genau zu kennen und war erstaunt. Sie sah doch, wenn er mal las, welche Bücher sein Interesse widerspiegelten. Und die waren doch so anders, als die ihrigen, Oder doch nicht?
"Ja, es liegt auf meinem Nachttisch." 
"Auf Deinem Nachttisch?" Luciah wurde immer erstaunter. 


Als das Gespräch beendet war, rollte sie auf Enricos Seite. Auf dem Nachttisch lagen drei Bücher, Romane und eine Englischlektüre. Sie öffnete die Tür unter der Schublade und nachdem sie ein weiteres gegriffen hatte, fand sie es. Eines von fünf. Eines von Milliarden Büchern auf der Erde. DANIEL KAHNEMAN. SCHNELLES DENKEN, LANGSAMES DENKEN.

Sie stand auf und ging duschen.


P.S. Anmerkung der Autorin

Kommen Ihnen diese Zufälle (siehe auch Marina - das magische Licht) doch sonderlich vor? Damit setze ich mich seit zwanzig Jahren auseinander. Ich lebe im Zustand der Einheit mit meinem Denken und biete Ihnen hierzu meine Perlengespräche und nicht veröffentlichten Geschichten an.





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