Dienstag, 9. Februar 2016

Paula - "Der Preis der Mode" - Sie ist raus


Paula war im Kino



und sah den Film "The True Cost - Der Preis der Mode" darüber, wie derzeit unsere Kleidung nach dem Motto "Fast Fashion" - für jede Party ein neues T-Shirt - hergestellt wird.

Einige große Global Player verdienen horrente Summen an Mode und das Wirtschaftssystem lässt zu, dass dort Menschen ausgebeutet werden, wo sie am meisten und am billigsten zu haben sind. Kleidung wird in Bangladesh produziert, Hemden z.B. in China und Leder mit gesundheitsschädlichem Chrom vom Gerben z.B. in Indien. Dort im Punjab werden Pestizide für die gentechnisch veränderte Baumwollproduktion eingesetzt, die Kinder als Mißgeburten auf die Welt bringt. Krankheitsfälle und Krebsraten steigen in diesen Gebieten.



Und erst wenn Menschen sterben, wachen einige andere auf. So produziert die Witwe eines Farmers nun Biobaumwolle in Texas, die in einem anderen Teil der Welt weiterverarbeitet wird. Denn nur 3 % der amerikanischen Modebekleidung entsteht noch im Land selbst.

Die Lust auf den Billigkonsum ist ungebrochen und vernebelt den Blick für die wichtigen Sachen im Leben, die nicht mehr erreichbar werden, weil durch diesen Kapitalismus und das damit starke Preisgefälle der Verlust einer gut und breit investierenden Mittelschicht einhergeht.

Dieser auf den globalen Märkten vorhandenen Kleidung kann sich der Verbraucher nicht mehr entledigen. Die sogenannten Drittländer werden überschwemmt mit gebrauchter Ware. Sie liegt dann später ungefähr 200 Jahre lang auf Müllhalden. D.h. ENTSORGUNG von diesem derzeitigen Konsum ist nicht mehr möglich. Und auf den Halden werden krankheitserregende Stoffe frei und verpesten unser aller Umwelt.



Aufschrei. Paula war alarmiert.  
(Texte "Mode im historischen Moment" "Rostfarbener Fairtrade Schal" bei der Autorin erhältlich  )

Schon früher hatte es einmal ein aufrüttelndes Buch gegeben "Ich bin schick und du musst schuften", aber diesmal war es der überwältigende Film, der diese Thematik aufgriff und die globalen Umweltprobleme sowie die ausgebeuteten Menschen in den Zusammenhang zu unserem heutigen Konsum stellte.

Irgendwie hatte Paula schon gestern den Film sehen wollen, war dann aber in der Bahnhofstrasse gelandet - die meisten Geschäfte waren abends wegen Rosenmontag geschlossen, sie musste aber noch in die Europagalerie, die geöffnet war. 

Und dann sah sie ein Bild vor sich, das sie so schnell nicht vergessen würde:

...ein junges Paar kam ihr mit Primark-Tüten entgegen und schüttete den gesamten Inhalt der beiden Taschen mitten auf die Straße, um darin zu wühlen. BHs, Tops, Shorts etc. Die Kleider lagen - gerade gekauft oder geklaut - auf dem Boden im Dreck. Noch nicht mal angezogen. Und schon weggeworfen...



(Alternative im Film: people tree und regionale Alternativen z.B. hier:  Faires Saarbrücken - Faire Kleidung )

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