Sonntag, 21. Januar 2018

Luciah 2018


Es bestand Klärungsbedarf. Luciah hatte Geschichten veröffentlicht, die viel verrieten und doch erst wenig. Und das in einem Deutschland, dass sich immer stärker mit Religionen und anderen Kulturen auseinandersetzen musste und es auch tat. Der Umbruch durch die Digitalisierung ging so rasant voran, dass diese Frau als spirituelle Autorin mit ihrer Arbeit plötzlich zurückschrecken wollte.

Sie hatte Angst davor, Obhut und Schutz zu verlieren. Auch weil sie nicht mehr so viel schlief, wie früher, so hatte ihr Gott die Notwendigkeit gesehen, sie in diesen frühen Morgenstunden mit seinem goldenen Ferrari wieder abzuholen, damit sie ihn in ihren Träumen erleben konnte.

Der Ferrari war schon leise und langsam den schmalen Weg zum Bungalow hinaufgefahren, bevor sie einstieg. Es war sehr warm darin. Auch die Nacht war ungewöhnlich mild im Januar des neuen Jahres. Sie grüßte den Fahrer freundlich und sah ihn direkt dabei an. Das hatte sie bisher immer vermieden. Nun konnte sie nicht anders. Sie war doch jemand. Und er erst.  Für einen Moment schlupfte das Draußen in das Innere des Wagens. Dann sitzend bei ihm senkte sie sofort den Blick. Der Ferrari blieb noch stehen. Rauch qualmte in der Nachbarschaft aus einem Haus hervor. Rundherum Feuerwehr und ein Krankenwagen. Da wollte Luciah nicht hin. Das Auto setzte sich in Bewegung. Ohne das Tempo schnell zu erhöhen, bog es leise und schleichend durch die nachbarschaftlichen Gassen. Luciah atmete tief durch. Einige wenige Schaulustige waren um den Brandherd versammelt. Aus den Hochhäusern wurde bestimmt von dem einen oder anderen wachgewordenen Menschen fotographiert. Luciah fragte sich, ob man den Ferrari denn sehen würde, wenn man ihn schon kaum hören konnte, weil er heute ungewöhnlich leise und langsam war? Gott schien das nicht zu interessieren, er war ja überall. Er gab ihr aus einer kleinen Tasche einen Schreibblock und einen Stift in die Hand. "Nanu".dachte sie..."kein Laptop, kein Tablett...". Und dann fing sie an zu schreiben und zu schreiben, während Gott das Wohngebiet umkreiste, durch das nahegelegene Waldstück fuhr bis zum Flughafen, wo er stehen blieb. Gott sah wie Luciah auf das Papier schrieb ohne vom Flughafen Notiz zu nehmen. So drehte er wieder langsam, um zurückzufahren. Und Luciah schrieb und schrieb. Als der Block voll war, nahm Gott ihr ihn wieder sanft aus den Händen. Nicht, dass sie heute Abend viel gesprochen hätten. Nein. Eigentlich gar nicht.

Als Luciah aufwachte, erinnerte sie sich an ihren Traum und dass sie den Block im Wagen zurückgelassen hatte. Dann stand sie auf, duschte, frühstückte, nahm ihre Visitenkarten und machte die Tür nach draußen auf.
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Zwei ausgewählte Filmbeispiele zu Religionen und Kulturen:

13.Januar 2018
http://www.ardmediathek.de/tv/engel-fragt/Engel-fragt-Spezial-Malvina-Diaa-und/hr-fernsehen/Video?bcastId=41202802&documentId=49134970

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Anmerkung: Antwortbrief von der ZAPP-Redaktion auf die Anfrage unten:
21.Januar
Sehr geehrte xxx,


vielen Dank für Ihre kritischen Anmerkungen bezüglich unseres Filmes über des Streit um die Kika-Doku "Malvina, Diaa und die Liebe". Wenn ich Sie als Gebührenzahlerin enttäuscht habe, tut mir das aufrichtig leid. Dass Sie sich um die Pressefreiheit sorgen, hebt Sie von der Masse der anderen Schreiber ab, deren Briefe ich heute Nachmittag beantworte. 

Glauben Sie mir, ich habe nichts unterschlagen wollen. Wir können nur in diesen (zeitlich) begrenzten Fernsehberichten nicht auf alle Aspekte des Streites eingehen, wie das Zeitungskollegen oft können, die einfach mehr Platz haben. Ich habe mich konzentriert auf den Streit um das Alter, den Vornamen und den Like auf der Facebook-Seite von Pierre Vogel. Wir wollten mit dem Film eigentlich zeigen, wie eine Medienlawine ins Rollen gerät, an deren Ende Morddrohungen ausgesprochen werden und das junge Paar unter Polizeischutz gestellt werden muss. Davon sollte unser Film in einem Medienmagazin handeln.

Jetzt beantworte ich den ganzen Tag Zuschauerbriefe, die uns alle vorwerfen, dass wir uns mit einem Salafisten gemein machen. Ihr Brief hebt sich davon wohltuend ab!

Wenn ich nächstes Mal mehr Zeit bekommen, hätte ich auch noch diese unbedachte Äußerung des jungen Mannes aufgenommen.

Bleiben Sie uns gewogen und eine kritische Zuschauerin!

Mit freundlichen Grüßen

Gudrun Kirfel


NDR Fernsehen
ZAPP - das Medienmagazin
Hugh-Greene-Weg 1
22529 Hamburg
www.ndr.de/zapp


Betreff: KiKaGate

Nachricht:
Sehr geehrte ZAPP-Redaktion,

auch Sie sind nicht auf den Scherz des jungen Mannes Diaa eingegangen, er wolle Deutschland islamisieren mit Hilfe Allahs. Warum nicht? Ich mache mir Sorgen um die Meinungsfreiheit und die Aufklärungspflicht der Medien. Ich bin im Saarbrücker Fairen Handel, bin Informationswissenschaftlerin, habe ein multi-kulturelles Umfeld und schätze den Islam auf meine Weise sehr  www.marinapaulaluciah.blog.
Hier mache ich mir aber ernsthaft als Bürgerin Sorgen um Pressefreiheit.

Wenn Sie deshalb noch nicht kommentiert haben, weil die jungen Menschen Schutz brauchen, bitte teilen Sie mir mit, wann Sie diesen Scherz aufklären möchten.


Mit freundlichen Grüßen

Zweiter Film: Junge Muslime in Deutschland lernen über den Antisemitismus in Ausschwitz

http://videos.huffingtonpost.de/video-junge-muslime-besuchen-das-ehemalige-konzentrationslager-ausschwitz_id_8266946.html?fbc=fb-shares

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Danke an Mila Marquis, Hamburg, für die Verwendung ihrer Illustration



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"Der Herr lädt dich heute ein, mit ihm durch die Stadt zu ziehen, deine Stadt. Er lädt dich ein, sein missionarischer Jünger zu sein." Papst Franziskus 22 Januar 2018, Twitter

Antwort an den Papst von Karine Keller:

Ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach : Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich! Jesaja 6,8.


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