Dienstag, 5. September 2017

Luciah - there is a fresh walk

to the moon and further on...





Es war Happy Sonntag. Aber Luciah hatte keine Gelegenheit zu ihrem Mann Enrico zu fahren, der an einem Laufwettbewerb mit einem Freund teilnahm.




Sie hatte genügend Arbeit mit einer bevorstehenden Konferenz (www.quattrofair.org). Und nach ihrem samstäglichen Ausgang mit einer Freundin, hatte sie sich wieder an die Arbeit gesetzt. Sie wollte ihr kleines Seifenprojekt als Give-Away für den Kongreß beenden und designte mit ihren Möglichkeiten die Hülle möglichst nachhaltig. Die Seife war aus Karitébutter aus einer Frauenkooperative aus Burkina Faso und heimischen Kräutern wie Ringelblume, Leindotteröl, Quellwasser, Weihrauch usw. entstanden und duftete nach Orange. Im letzten Moment hatte sich Luciah gegen Vanille und Rose entschieden. Es war draußen heiß gewesen, als die Seife in einer regionalen Küche hergestellt wurde und die ursprünglichen Duftzusätze rochen einfach für ein international zu erwartendes Publikum zu lieblich. Was für ein Glück. Der Duft, den das kleine Stück um die Welt etwas zum Besseren zu gestalten, beim Anfassen an den Händen hinterließ, prickelte in der Nase.



Und jetzt am Morgen war Luciah nicht ganz bei sich, obwohl sie Komplimente für ihre nächtliche Arbeit von ihrer Freundin per whatsapp bekommen hatte...there is a fresh walk...

Sonntags arbeiten....nicht bei der Familie sein. Mit vielen anderen Dingen beschäftigt sein. Ging eigentlich nicht. Luciah versuchte das zu meiden. Das Essen war mies am vergangenen Abend im Restaurant gewiesen. Enricos hatte nach nichts schmeckende Nudeln mit Schweinemedaillons als Upload fürs Dauerjoggen bekommen und ein Blick in die Küche auf die gestressten Gesichter und den Schmutz hätten auch verraten warum. Manche Leute waren auch am Wochenende einfach überarbeitet und das war nicht gut....
Elf Prozent der Bevölkerung arbeitete mehr als 48 Stunden in der Woche, vor allem Selbständige und Ältere. Das waren viele.


Luciah wollte was ändern. Sich ablenken. Sie war zum Essen eingeladen an einem der letzten schönen Abende im August. Mitten in der Woche. Das tat gut. Etwas Pause machen.


Irgendwann hatte sie sich die Regeln auferlegt, am Wochenende nur für ihre Familie dazu sein. "Ich bin da. Ich bin hier"
Aber das Leben zerfloß so, wo jeder das tat, was er wollte. Natürlich gab es Rituale, aber sie waren seltener geworden. Zurück zu ihnen. Viele Menschen waren einsamer geworden, weil sie dachten, ihnen fehle etwas, was andere wohl besaßen. Oder sie konnten nicht genau definieren, was fehlte. Aber sie spürten Mangel. Dabei war das Leben jeder Moment. Und der war voller Möglichkeiten. Den Tisch decken, den Tisch abdecken. Das Brot aufschneiden. Sitzen bleiben. Andere es tun lassen. Meditieren. Und und und.  Das Leben war Abwechslung. Bei Pflicht und Kür zeigte sich seine Qualität.  Die Suche nach dem Glück war müßig. Die Suche danach war das Glück schon an sich.

...das Glück findet dich...

Glück bedeutet auch über den Tellerrand hinausschauen zu können. Wissen wir eigentlich wie gut es uns allen hier geht? Hier ein Beispiel einer Musicalperformance, die hilft, die Sicht auf das Leben von Jugendlichen zu verändern. Am 14. September wird sie wieder in der Saarbrücker Kongreßhalle aufgeführt.



(Fortsetzung folgt)

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